Ziele, Struktur, Satzung

Ziele, Satzung und Struktur

von Georg Michelson (Erlangen), Bernhard Schmauss (Erlangen)

1. Ziele und Handlungsfelder


Ziele
Komplexe wissenschaftliche Fragestellungen erfordern vielfach die Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen und Fakultäten. Die aktuellen Erfahrungen mit Antragstellungen für Forschungsverbünde wie Exzellenzcluster und Graduiertenschulen untersteichen die Wichtigkeit interdisziplinärer, fach- und fakultätsübergreifender Kooperationen. Zur Intensivierung und Verstetigung der an der FAU bestehenden Zusammenarbeit zwischen medizinischer und technischer Fakultät im Bereich der Präventionsmedizin soll ein an der FAU residierendes „Interdisziplinäre Zentrum für augenheilkundliche Präventivmedizin und Imaging“ gegründet werden. Ziel ist es die Forschungsbedingungen zu verbessern und eine öffentlichkeitswirksame Darstellung der erzielten Forschungsergebnisse zu ermöglichen.

Die verbesserten sozioökonomischen Verhältnisse und der medizinische Fortschritt führten zu einer Steigerung der Lebenserwartung. Der damit einhergehende demographische Wandel resultiert in veränderten Anforderungen an die Medizin: Da es in Zukunft immer schwerer wird die Behandlung relevanter Erkrankungen zu bezahlen, wird nicht mehr die Therapie, sondern die Prävention durch möglichst frühe Diagnose im Vordergrund stehen. Die wichtigste Todesursache sind Durchblutungsstörungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, den 20% aller über 60-jährigen erleiden. Volkswirtschaftlich ebenso wichtig sind Krebserkrankungen für deren Behandlung in den USA mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr ausgegeben werden. Im Kontext dieser beiden Erkrankungskomplexen ließen sich durch geeignete Präventionsmaßnahmen viele Milliarden Euro pro Jahr einsparen.

An der Medizinischen, Technischen und Naturwissenschaftlicher Fakultät besteht Exzellenz in den Bereichen Bildverarbeitung und patientennahe Präventivmedizin. Sie manifestiert sich nicht nur in mehreren SFBs, sondern auch in der im Oktober 2006 eingeworbenen Graduiertenschule Advanced Optical Technology (SAOT). Eingebettet in den Forschungsschwerpunkt Medizintechnik an der FAU soll das Interdisziplinäre Zentrum für augenheilkundliche Präventivmedizin und Imaging helfen die Exzellenz auf diesen Gebieten zu verstetigen und durch weiter verfestigte interdisziplinäre Kooperationen zu fördern.
Wichtigster Gegenstand des IZPI ist die Entwicklung diagnostischer Methoden im Bereich der Präventivmedizin mit Schwerpunkt auf Bildgewinnung und Bildanalyse. Ziel ist die Erforschung neuer Technologien zur früheren Erkennung von Risikofaktoren oder Frühzeichen von Krankheiten.
Das zukünftige Gesundheitssystem in einer alternden Gesellschaft wird
präventive Therapieansätze verstärkt benötigen, da diese durch Wirkung
auf kausale Faktoren den Ausbruch von Erkrankungen verhindern können.
Für effektive Prävention sind geeignete diagnostische Methoden
notwendig, um verlässlich Frühzeichen von Erkrankungen detektieren
können. Das Auge eignet sich hervorragend (1) als Indikatororgan für viele
systemische Erkrankungen und (2) als Organ, bei dem Prävention zu einer
nachweisbaren Minderung der Erkrankungsprävalenz führen könnte.
Das Interdisziplinäre Zentrum für augenheilkundliche Präventivmedizin und Imaging soll Methoden und neue Therapieansätze im Bereich der Prävention im
Bereich des Auges erforschen: (1) Prävention zur Vermeidung von
chronischen Augenerkrankungen wie Glaukom und altersassoziierter
Makuladegeneration und (2) Netzhaut/ Sehnerv/ Linse als Frühindikator für
systemische Erkrankungen und (3) Netzhautgefäße als Monitor für die antihypertensive und antidiabetische Therapie.

Handlungsfelder
Handlungsfelder sind (1) die Neuentwicklung neuer Technologien und (2) Fortentwicklung bereits genutzter Techniken basierend auf einer verbesserten Akquisition, Analyse und Prädiktion von Bilddaten. Dabei umfasst die Akquisition die Verbesserung bestehender Technologien zur Bildgewinnung und die Entwicklung neuer Methoden. Die Bildanalyse umfasst jene Verfahren, die eine Bildinterpretation und Transformation in symbolische Beschreibungen ermöglichen. Die prädiktive Bildverarbeitung benötigt Modelle um Informationen aus Bildern zu generieren, die sich für die Identifikation und Vorhersage komplexer Prozesse einsetzen lassen. Das IZPI versteht sich als interdisziplinäre Forschungsrichtung, in der Erkenntnisse aus der Medizin, sowie der Technischen und Naturwissenschaftlichen Fakultät systematisch zusammengeführt werden, um Forschungsergebnisse zielgerecht in die Praxis umzusetzen.
Die Arbeit des IZPI lässt sich folgenden Schwerpunkten zuordnen.
1. Akquisition: Entwicklung neuer Modaltäten zur Akquisition in den Bereichen optische Bildgebung und molekulare Bildgebung. Dieses umfasst die Weiterentwicklung bereits bestehender Ansätze der optischen Technologien wie z.B. der lasergestützten Untersuchungsmethoden (Optische Kohärenztomographie, Laser Doppler Flowmetrie, Spektralanalyse) und andere Untersuchungsmodalitäten (Dopplersonographie, fMRT, usw.).
2. Bildanalyse: Weiterentwicklung bestehender Verfahren zur intelligenten Bildinterpretation und Transformation zB. unter Einsatz von neuronalen Netzen und anderen hochentwickelten Bildanalyseverfahren (Hauptachsentransformation).
3. Prädiktion: Entwicklung innovativer Methoden zur schnellen Prädiktion komplexer Krankheitsszenarien auf der Basis von Bilddaten.
4. Klinische Anwendung: Evaluation der entwickelten Werkzeuge auf den Gebieten der Bildakquisition, Bildanalyse und Prädiktion im klinischen Kontext zur Verifizierung der angestrebten Diagnosegenauigkeit im Kontext einer innovativen Präventivmedizin.









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